HILARI-ZUNFT ZU OLTEN, 4600 Olten

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Die Hilari-Zunft zu Olten seit 1920

Doch schon bald nach der schweren Kriegszeit regte sich wieder neues närrisches Leben im Städtchen und die damalige Theaterkommission plante im Jahre 1919 für die kommende Fasnachtszeit einen grossen Maskenball im Konzertsaal des neuerbauten Stadttheaters. Dann aber machte eine drohende schwere Grippeepidemie der Kommission einen Strich durch die Rechnung und das Fasnachtstreiben musste abgesagt werden. 

Für eine lange Zeit schlief das Fasnachtstreiben in Olten, obwohl eine Naarenzeit bereits anno 1563 das erste Mal urkundlich belegt ist. In den Jahren 1871 und 1874 fanden in unserer Stadt wieder Fasnachtsumzüge statt und für 1889 ist sogar ein närrischer Zug mit 250 Teilnehmenden, sechs Wagen und 40 Rossen verzeichnet. Aber trotz der 1893 erfolgten Gründung einer Naarenzunft ruhte das Fasnachtstreiben bereits vor dem Ersten Weltkrieg wieder.

Bereits 1928 erfolgte die Gründung des FUKO Fasnachtsumzugskomitees Olten und die Hilari-Zunft stellte über viele Jahre dessen Präsidenten. Nach und nach bildeten sich weitere engagierte Zünfte, Cliquen und auch Guggenmusiken, die heute an der Fasnacht unter dem Fuko-Dach wirken. Zurecht darf unsere Zunft als Neugründerin der modernen Oltner Fasnacht bezeichnet werden. Und so erfüllt es uns Hilari-Brüder zu Recht mit Stolz, der ältesten - und der in Kennerkreisen auch als der „grössten“ bezeichneten - Oltner Fasnachtszunft angehören zu dürfen. Unsere Männerbund zählt 72 Zünfter und eine Handvoll Kandidaten, welche sich auch im 21. Jahrhundert noch dem Humor und dem näärischen Getue in unserem "Städtli an der Aare" verpflichtet fühlen und dem Fasnachtstreiben mit Haut und Haar verschrieben haben.

Die Fasnachtsbegeisterung jedoch blieb den "Oltner Naaren" erhalten, und so bildete sich im Jahre 1920 aus dem damaligen Organisationskomitee die Hilari-Zunft ze Olten! In deren Satzungen steht in fyrlichem Althochdeutsch als Zweck: "Dieweil die meisten Menschen Naaren sind, so will die Hilari-Zunft durch die Vereinigung der Bestgelaunten dafür sorgen, dass in der Stadt Olten Humor und näärisches Getue eine säuberliche Pflege erfahren".

In der endgültigen Fassung von 1924 lautet die Zweckbestimmung, wiederum niedergelegt in altdeutscher Kanzleisprache: ".... so will die Hilari-Zunft eyne bruderschaft derer Mannen mit best lun sin unnd uff solch wys sorg hallten, dasz in der liep unnd allt statt Olten fruendschaft, humor unnd naerrisch tryben so recht unnd würdig pfleget werdendt, wie unns all fuer unnser leben noth unnd nuetzlich ist."